Hotelmarktstudie / Kommunen

Ausgangslage

Die verschiedenen Interessensparteien innerhalb der Bundesstadt Bonn (Hoteliers, Stadtverwaltung, Firmenvertreter und Vertreter des Tourismus) diskutierten die Situation im Beherbergungsgewerbe und die Chancen für bestehende Hotels bzw. für mögliche neue Hotels kontrovers. Die führenden Bonner DAX-Unternehmen monierten ein qualitativ und quantitativ unzureichendes Angebot im durch kleinteilige, oft privat geführte Hotels geprägten Beherbergungsmarkt. Auf der anderen Seite sahen sich die Bonner Hoteliers vor dem Hintergrund damals neuer Hotelprojekte (z.B. Kameha Grand, InterCity Hotel) einem verstärkten Wettbewerb ausgesetzt, während zum gleichen Zeitpunkt bei der Wirtschaftsförderung weitere Anträge für Hotelentwicklungen eingingen.

Zielsetzung

Die Bonner Wirtschaftsförderung benötigte von neutraler, fachkundiger Seite qualifizierte und objektive Aussagen, inwiefern das lokale Hotelangebot den heutigen und zukünftigen Marktanforderungen entspricht und welche Potenziale der Bonner Beherbergungsmarkt bietet. Ziel war die Ausweisung des künftigen Bedarfs an Hotelbetten und Konkretisierung im Hinblick auf Kategorie, Kapazität und Standortpräferenzen.

Vorgehensweise

In einem Kick-Off Meeting mit Vertretern der Stadt Bonn wurden zunächst die Zielsetzungen der Studie im Detail abgesteckt sowie die Herausforderungen und Potenziale der Stadt diskutiert. In einer ersten Recherchephase wurde der Bonner Hotelmarkt detailliert analysiert und segmentiert. Das Beherbergungsangebot in Bonn und in der Umgebung wurde erhoben und qualitativ (Konkurrenzfähigkeit, Preisniveau) nach den einzelnen Stadtteilen aufgegliedert. Hierzu wurden auch stichpunktartige Hotel-besichtigungen durchgeführt. Um herauszuarbeiten, wie sich die Nachfrage in Bonn aufteilt und welche Bedürfnisse und Preistoleranzen die einzelnen Zielgruppen aufweisen, wurden neben der Langzeitanalyse der verfügbaren Statistiken zahlreiche Expertengespräche und Befragungen durchgeführt. Hierzu gehörten Einzelgespräche mit Vertretern des Tagungs- und Kongresszentrums der Stadt, dem Leiter der Tourismusorganisation, lokalen Hoteliers, Vertretern der Hotellerie in Bonn und Nordrhein-Westfalen sowie mit nationalen Reiseveranstaltern. Darüber hinaus erfolgte eine schriftliche Befragung der Bonner Großunternehmen, um die nachfrageseitigen Belange einfangen zu können.

Die zusammengefügten Ergebnisse der Untersuchungen mündeten in einer detaillierten Aufgliederung der Gesamtnachfrage in Ihre Segmente. Die Besonderheiten der jeweiligen Segmente wurden herausgearbeitet. Auf Basis der geplanten infrastrukturellen Veränderungen in der Stadt, der geplanten Vermarktungsaktionen und vor dem Hintergrund der generellen Markentwicklungen in Deutschland wurden die Nachfragepotenziale für die einzelnen Segmente evaluiert. Auf der anderen Seite wurde das künftige Hotelangebot auf Basis der aktuellen Hotelprojekte qualitativ und quantitativ gegenübergestellt.

Resultat

Die Ergebnisse zeigten auf, dass es in einem kurz-bis mittelfristigen Zeithorizont zu einem verstärkten Wettbewerb kommen wird. Dabei zeigten sich mittel- bis langfristig Marktlücken im Economy- und Low Budget Segment. Für diese Segmente wurden Empfehlungen mit konkreten Zimmerangaben abgegeben. Darüber hinaus wurden Empfehlungen gegeben, welche Maßnahmen die Stadt ergreifen sollte, um sich als Destination konkurrenzfähig darzustellen und welche Handlungsmöglichkeiten lokale Hoteliers haben, um sich gegenüber dem Wettbewerb nachhaltig zu positionieren. Auf Basis dieser Studie ist die Wirtschaftsförderung nun in der Lage, bei Hotelanfragen qualifizierte Aussagen zu treffen und die Hotelentwicklung in der Stadt unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der bereits ansässigen Hoteliers zu steuern.